Am Tier

 

Des Spatzen Hofballett


 

Es kann, wer Deutschland sucht,den Zwinger nicht umgehen.Er ist als Sammelwerkdes Protzens anzusehen.Lebendiger Beweisdes Nutzens toter Fürsten.Es war doch richtig schad´,sie grausam wegzubürsten.Die Menschen, die dereinstin 1000 Jahren leben,erfreut bestimmt die Kunst,die früher es gegeben.Wie füllt es sie mit Stolz,was ihre Art geschaffenauf jenem langen Wegvom Ursprung weg, dem Affen.Mit solchem hohen Sinnhatt ich grad Platz genommen,schon ist der Tänzer Scharmit auf den Hof gekommen.Programmgemäß wurd´ dortBallett zur Schau gestellt,voll Hoffnung auf Genussund außerdem mein Geld.Der Liebe Musterstücksollt´ grad gegeben werden:Des Shakespeares Leidenschaftauf balkonierten Erden.Es spielte bei dem Tanzdas Paar die Rolle wohl,doch wurd´ es übertrumpftdurch ein Naturidol:Es war in diesem Fallein Spatz, und nicht die Lerche,der voller Inbrunst unsals wär die Bühn ne Kärchebeschimpft mit viel Getschilpeund plusterndem Gehabe.Das trug der Ehrfurcht Restvor großer Kunst zu Grabe.Anstatt auf jeden Sprung,den schwitzend´ Tänzer boten,zu achten und den Plotauf Tiefe auszuloten,verführte uns das Tier,so grau und unscheinbar,zum Klatschen an der Stell´und Rufen „Wunderbar!“Betracht´ ich dieses Bild,erkenne ich die Spur:Hier sprach zu uns Rousseau„Zurück zu der Natur.“Wir alle haben zwardie Rührung sehr genossen,die Tränen aber sindvor Lachen uns geflossen.